Eckersmühlen – Der Waldbrandindex im Landkreis Roth steigt in den nächsten Tagen auf die höchste Stufe 5. Folgende Verhaltensregeln schützen von etwaigen Bränden:

  • Das Rauchen im Wald ist vom 1. März bis zum 31. Oktober verboten.
  • Kein Feuer im und am Wald entzünden (auch kein Grillfeuer!).
  • Keine Zigaretten aus dem Auto werfen.
  • Fahrzeuge keinesfalls auf leicht entzündbarem Untergrund parken.
  • Müll vermeiden.
  • Waldbrände unverzüglich der Feuerwehr (Tel. 112) melden.

„Bayern ist sowohl für die frühzeitige Erkennung als auch für die Bekämpfung von Waldbränden bestens gerüstet.“ Das hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann heute mit Blick auf die derzeit vor allem in Nordbayern wetterbedingt erhöhte Waldbrandgefahr betont. Wie der Minister sagte, gebe es im Freistaat durch ein flächendeckendes Netz von örtlichen Feuerwehren mit rund 320.000 Kräften ein enormes Einsatzpotential. Diese seien für die effektive Brandbekämpfung gut ausgerüstet, beispielsweise mit ausreichend vielen wasserführenden Löschfahrzeugen. Unterstützend sei zudem eine Brandbekämpfung aus der Luft möglich, die in Bayern nicht mit Flugzeugen, sondern mit Hubschraubern erfolge. Herrmann: „Hubschrauber haben den großen Vorteil, dass sie Löschwasser sehr exakt ausbringen oder Bodenmannschaften punktgenau mit Löschwasser versorgen können. Sie sind außerdem in der Lage, Wasser auch aus vergleichsweise kleinen Gewässern aufzunehmen, was Löschflugzeuge nicht leisten können.“

Hubschrauber können in Bayern laut Herrmann von den Einsatzkräften angefordert werden, wenn eine zusätzliche Brandbekämpfung aus der Luft erforderlich erscheine. „Neben den Hubschraubern der bayerischen Polizei kommen hierfür insbesondere auch Hubschrauber der Bundespolizei und der Bundeswehr in Betracht“, so der Innenminister. Daneben könnten bei Bedarf auch Hubschrauber von privaten Luftfahrzeugbetreibern eingesetzt werden. Für den Löscheinsatz per Hubschrauber stehen an 18 Standorten in Bayern jederzeit rund 50 staatlich beschaffte Löschwasser-Außenbehälter mit bis zu 5.000 Litern Fassungsvermögen bereit, die im Brandfall an einen Hubschrauber angehängt und am nächstgelegenen Gewässer befüllt werden können. Für diese komplexe Arbeit mit den Luftfahrzeugen gibt es in Bayern an diesen 18 Standorten sogenannte Flughelfergruppen. Diese Feuerwehreinheiten verfügen aufgrund einer speziellen Ausbildung an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg über besondere Kenntnisse und Fähigkeiten und können dadurch etwa die Leitung des Flugbetriebs oder das Anhängen von Lasten an Hubschrauber sicher bewerkstelligen. „Diese speziellen Einheiten sind in Deutschland einzigartig. Sie tragen mit dazu bei, dass Bayern bei der Waldbrandbekämpfung aus der Luft so gut aufgestellt ist“, erklärte Herrmann.

Der Innenminister verwies zudem darauf, dass der Wald in Bayern zum größten Teil bewirtschaftet werde und somit ein leistungsfähiges Straßennetz bestehe. Herrmann: „Allein der bayerische Staatswald wird von rund 23.000 Kilometern geschotterten Waldwegen durchzogen. Dadurch können Löschfahrzeuge effektiv zum Einsatz gebracht werden.“

Von enormer Bedeutung ist laut Herrmann, Waldbrände möglichst frühzeitig zu erkennen. Hierbei spielt die Luftbeobachtung durch die Pilotinnen und Piloten der – in dieser Form in Deutschland einmaligen – Luftrettungsstaffel Bayern eine entscheidende Rolle. Die Luftrettungsstaffel, die erst vor wenigen Tagen ihr 50jähriges Bestehen gefeiert hat, schützt Bayerns Bürger mit derzeit rund 300 ehrenamtlichen Piloten, über 150 Flächenflugzeugen und fünf Hubschraubern, die auf 32 Flugplätzen in ganz Bayern verteilt sind sowie rund 250 aktiven Luftbeobachtern. Allein heuer gab es zum vorbeugenden Schutz der Bevölkerung bereits 140 Einsatzflüge. „Dabei konnten unter anderem 97 offene Feuerstellen, sieben Waldbrände und 18 Flächenbrände gemeldet und dadurch Schlimmeres verhindert werden“, so Herrmann. Die Einheit sei damit höchst erfolgreich bei der Früherkennung von Bränden.

(Quelle: Bay. Staatsministerium des Inneren, Pressmitteilung vom 27.07.2018)