Eckersmühlen – Die Freiwillige Feuerwehr Eckersmühlen lud am 24. Februar 2018 zu ihrer Jahreshauptversammlung ein. Mehr Mitglieder wie im letzten Jahr folgten der Einladung. Aber auch diese Veranstaltung „litt“ unter der Grippenwelle. Zahlreiche Ehrengäste mussten sich krankheitsbedingt entschuldigen.

Um 19.30 Uhr konnte Vorstand Werner Braun knapp 60 Mitglieder im großen Saal im Gasthaus Gugel begrüßen. Leider waren von den geladenen Ehrengäste einige krankheitsbedingt ausgefallen, so dass von offizieller Seite „nur“ Bürgermeister Ralph Edelhäußer, Stadtrat Peter Ulrich und der federführende Kommandant aus Roth, Markus Dombrowsky, anwesend waren. Aber Ehrenkommandant Jakob Kuffner und Ehrenvorstand Gerd Mayer waren auf dem Posten und hielten „ihrer“ Wehr die Treue.

Nach Feststellung der Beschlussfähigkeit und dem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder, war das auch mit ein Thema in der Rede von Werner Braun. Die Eckersmühlener Wehr hat zwar nach wie vor über 200 Mitglieder, aber die Veranstaltungen von Vereinsseite sind doch sehr schwach besucht. Teilweise müssen Veranstaltungen, wie der Vereinsausflug abgesagt werden, da von den Mitglieder so wenig Resonanz kommt. Gott sei Dank haben sich für verschiedene Veranstaltungen, wie dem Rosenmontagsball, wieder ein neues Team gefunden, so dass diese Tradition nicht verloren geht.

Tradition war das Stichwort sowohl bei Werner Braun als auch bei Kommandant Philipp Erlbacher, der im Anschluss an Brauns Rede sprach. Tradition im Hinblick auf die Hornisten. Die Hornistengruppe der Feuerwehr Eckersmühlen ist mittlerweile die einzige Gruppe in ganz Bayern. Um dieses Tradition zu erhalten konnte in diesem Jahr als Nachfolger für Stefan Gußner, der krankheitsbedingt zurücktreten musste, Gerd Homeier als Leiter gewonnen werden. „Jetzt brauchts nur noch junge Köpfe als Nachwuchs“, so Erlbacher, dann geht’s auch hier weiter. Werbung hatten die Hornisten schon für sich gemacht, da sie die Sitzung mit einem Marsch „eingeblasen“ hatte.

Kommandant Philipp Erlbacher stellte darüber hinaus noch die aktiven Zahl mit konstant um die 80 verteilt auf Eckersmühlen, Hofstetten und Haimpfarrich dar. Er berichtete von den absolvierten Übungen – 15 an der Zahl – sowie von insgesamt 40 Einsätzen, die in 2017 abzuarbeiten waren. Hier hob er besondere Einsätze heraus, wie den Brand in der Hauptstraße in Roth oder den Brand eine Wohnmobils in Eckersmühlen sowie einen der letzten Einsätze in 2017 einem PKW-Brand nach einem Wildunfall. Bei allen Einsätze attestierte den beteiligten Kameraden der Eckersmühlener Wehr und den anderen Wehren, sei es aus Roth, Wallesau oder Birkach, ein höchtes Maß an Professionalität und einen sehr gute Zusammenarbeit.

Das Jahr 2017 war aber auch ein Jahr der Führungswechsel. Helmut Koch, der Ortslöschmeister von Haimpfarrich, übergab den „Staffelstab“ an Michael Hoffmanns. Wolfgang Heubeck, Ortslöschmeister von Hofstetten, übergab die Führungsrolle an die Gebrüder Kühnlein. Manfred Kühnlein als Ortlöschmeister und sein Bruder Werner Kühnlein als sein Stellvertreter. Die beiden scheidenden Führungskräfte hatten jeweils über 30 Jahre Dienstzeit „auf dem Buckel“ und stellte somit eine Institution in der Feuerwehr Eckersmühlen dar. Erlbacher wünschte den Nachfolgern ein glückliches Händchen, was diese aber bereits in der Zeit des Wirkens schon gezeigt haben.

Philipp Erlbacher versäumte es aber auch nicht nochmals die Finger in die Wunde zu legen. In die Wunde der Ersatzbeschaffung. 36 Jahre alt ist nun das LF 16 TS, 59 Jahre der Hänger in Haimpfarrich – ein „biblisches“ Alter für Fahrzeuge. Hier mahnte er nochmals die Stadt die Ersatzbeschaffung auf den Weg zu bringen, da hier ja auch noch ein wenig Zeit ins Land geht, bis entsprechende Anschaffungen getätigt sind.

Jugendwart Steffen Schaefer konnte von 14 Jugendlichen berichten, die zum 31.12.2017 in der Feuerwehr Eckersmühlen ihren Dienst tun – 5 Mädchen und 9 Jungs. Im Jahr 2017 wechselten drei Jungs aus seiner Mannschaft in die aktive Wehr, da diese 18 Jahre wurden.

Zahlreiche Veranstaltungen bereicherten das Jahr. Vom Klettern am Faberhof, über dem Kreisjugendfeuerwehrtag in Thalmässing, zum Berufsfeuerwehrtag in Roth, bis zum Trampolinspringen im Trampolinpark in Nürnberg. Besonderes Highlight in diesem Jahr war der Besuch des bayerischen Landtages in München – der Herzkammer der Demokratie.

Daneben wurden 14 Übungen und 6 Unterrichte abgehalten. Vier Jugendliche legten die Deutsche Jugendleistungsspange in Wendelstein ab und fast alle Jugendlichen beteiligten sich am Wissenstest und bestanden diesen auch mit Bravour.

Zum Schluss wies Schaefer noch auf das 35-jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr Eckersmühlen hin. Aus diesem Grund findet der Kreisjugendfeuerwehrtag 2018 auch in Eckersmühlen statt, um dieses Ereignis würdig zu feiern.

Den Berichtsreigen schloss wie immer der Kassierer Michael Isemann. Dieser berichtet von einem sehr gute Finanzergebnis und einem Plus in Kasse. Die Kassenprüfer bescheinigt ihm eine tadellose Kassenführung und so wurde der Vorstand für seine Arbeit in 2017 einstimmig von der Versammlung entlastet.

Bürgermeister Ralph Edelhäußer lobte in seinem Grußwort einmal mehr die hervorragende Jugendarbeit in Eckersmühlen. Aber auch die Zusammenarbeit zwischen den Wehren besonders bei Einsätzen fanden großes Lob. Bezugnehmend auf die Ersatzbeschaffung bat er um Geduld, da durch die Verzögerung in der Erstellung des Feuerwehrbedarfsplans mehr Zeit ins Land gegangen ist als geplant. Für den Hänger in Haimpfarrich konnte er in Aussicht stellen, dass dieser bereits im Haushalt 2018 eingestellt ist und somit hier baldigst eine Lösung gefunden wird. Der Bürgermeister lobte zum Schluss noch die Teilnahme der Kameraden aus Eckersmühlen am Blaulichtgottesdienst tags zuvor. Eckersmühlen war die einzige Wehr aus Roth, die hier vertreten war und hielt somit die Rother Fahnen mit hoch.

Kommandant Markus Dombrowsky aus Roth stieß, obwohl kein Hornist, in Sachen Zusammenarbeit ins gleiche Horn, wie Ralph Edelhäußer. Auch er stellte die hervorragende Professionalität und Kommunikation bei Einsätzen, egal wo, heraus. Dies gilt auch im Bereich der Jugendarbeit. Er ging hier als Beispiel nochmals auf den Berufsfeuerwehrtag 2017 ein. Der zwar nie mehr in dieser Form, als 48-Stunden-Übung, stattfinden würde, der aber gezeigt hat, wie gut die Kooperation zwischen den Wehren Birkach, Roth und Eckersmühlen sowie dem Bayerischen Roten Kreuz funktioniert.

Markus Dombrowsky lobte die Bereitschaft der Eckersmühlener in Sachen Fortbildung, auch in Bereichen, die in der eigenen Wehr so gar nicht vorkommen, aber der Rother Wehr zu Gute kommen. Hier stellte er vor allem die CSA-Ausbildung (Chemie-Schutz-Anzug) heraus. Trotzdem appellierte er an die Anwesenden sich weiter fit zu machen. „Vor allem in Sachen Atemschutz braucht’s Nachwuchs“ – auch wenn hierfür ein Modedetail wie der Bart der Männer weichen muss.

Nun ging es an die Ehrungen. Dieses Jahr wurde Roland Daut für 25 Jahre aktiven Dienst staatlich geehrt und auch für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit. Ebenfalls 25 Jahre sind Hans Busch und Gerhard Gugel Mitglieder der Feuerwehr Eckersmühlen. Für 40 Jahre erhält Fritz Stähle senior, der leider verhindert war, eine Auszeichnung. Helmut Glenk aus Hofstetten hält schon 50 Jahre der Feuerwehr die Treue und Franz Fischer erhielt an diesem Abend die Ehrenmitgliedschaft für 55 Jahre Vereinszugehörigkeit.

Nachdem allen zu Ehrenden abgelichtet waren, wurde es nochmals Ernst. Aufgrund einer Gesetzesänderung war es möglich geworden auch unter 12-jährige in die Feuerwehr aufzunehmen. Um aber ein solche sogenannte Kinderfeuerwehr zu gründen, muss die Vereinssatzung geändert werden, da hier ein Mindestalter vorgegeben ist. Neben dieser Änderung wurden noch einige Stellen „renoviert“. Die Versammlung stimmte diesen Änderungen mit nur 3 Gegenstimmen und einer Enthaltung zu, so dass jetzt auch der Gründung einer Kinderfeuerwehr, wenn auch erst in einigen Jahren, nichts im Wege steht.

Abschließend stellte Schriftführer Steffen Schaefer das neue Maskottchen, den Splashflash, der Versammlung vor. Er berichtete von dem Wettbewerb und wie es dazu gekommen war. Wohlwollend wurde vom Publikum der Hinweis zur Kenntnis genommen, dass das alte Maskottchen zwar in „Rente“ gegangen ist, aber nicht gänzlich verschwunden ist. Es ist sozusagen in die zweite Reihe zurück getreten.

Jetzt war der offizielle Teil der Veranstaltung beendet und man konnte zum gemütlich Teil übergeben, nicht ohne vorher nochmals einer Darbietung der Hornisten gelauscht zu haben.